12.
          Januar Heiliger Antonius M. Pucci 1819-1892



sel. Andreas von Borgo Sansepolcro

(1258 - 1315)

Gedenktag am 31. August

Gleicherweise von den Predigten und vom Leben des hl. Philippus begeistert, erbat Andreas 1278 im Konvent von Borgo di San Sepolcro das Ordenskleid der Diener Mariens. Wegen seines Lebens in Einsamkeit und Buße legte ihm die spätere Ordensgeschichte den Ehrentitel "Bruder Andreas von der Einsiedelei" bei.

Auf dem Generalkapitel, das in Borgo San Sepolcro gefeiert wurde, predigte der hl. Philippus über das Herrenwort "wer von euch nicht auf alles verzichtet, was er besitzt, kann nicht mein Jünger sein" (Lk 14,33). Diese Herausforderung Jesu traf Andreas ins Herz. Bei seiner Einkleidung erhielt er den Namen des Apostels Andreas, da er seinem Beispiel gefolgt war und alles verlassen hatte, um Christus zu folgen.

Im Kloster von Borgo San Sepolcro wurde er zu einem vorbildlichen Serviten. Arm und streng gegen sich selbst, war er hochherzig und nachsichtig den anderen gegenüber. Mild, bescheiden und friedfertig merkte man kaum, welches Opfer ihm abverlangt war, sein heftiges Temperament zu zügeln. Er mied Müßiggang und kannte kein unnützes, geschweige denn unschönes Gerede. In der Nähe von Borgo lebten damals mehrere Einsiedler. Andreas hatte für die wunderbare Schönheit der Natur ein offenes Herz und ein feines Gespür, sich diese Erlebnisse für sein geistliches Leben fruchtbar zu machen. Im Gebet vertieft, zog er sich daher oft in eine der Einsiedeleien zurück. Sehr bald aber wurde er zum Vater der anderen Eremiten, die auf seinen Rat hörten und sich dem Servitenorden anschlossen. Im Jahr 1315 holte ihn der Herr zu sich; wie er gelebt hatte, mitten im Gebet, starb er. 1806 bestätigte Pius VII. seine Verehrung als Seliger.

 

                                                            Gebet:

Gott, durch das Beispiel des seligen Andreas hast du viele Einsiedler zum Orden der Diener Mariens geführt und sie durch die Verehrung der Gottesmutter und ein Leben in Bruderliebe vereint. Gib auch uns die Gnade, in aller Demut unserer Herrin zu dienen und dadurch ein lebendiges Zeugnis zu geben von der Eintracht unserer Herzen und unseres Wirkens. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

                                    Aus den Konstitutionen des Servitenordens:

Nach dem Vorbild der seligen Jungfrau wollen wir im Hören auf das Wort Gottes leben und aufmerksam sein für seinen Anruf in unserem Inneren, in den Menschen, in den Ereignissen und in der ganzen Schöpfung.

Diese Haltung wird uns dazu führen, die Zeichen der Zeit zu verstehen und jenen Werten treu zu sein, welche die Kirche in ihrer prophetischen Sendung verkünden und verwirklichen muss. (Nr. 24b)